HGT unterstützt Neu-Aufstellung der Vetere-Stelen

Zwölf Stelen mit zwölf Köpfen in der typischen Gestaltung durch den Künstler Giovanni Vetere stehen für die Troisdorfer Stadtteile. Das Kunstwerk hat einen neuen Standort gefunden. Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski hat es im Beisein des Künstlers sowie von Vetreterinnen und Vertretern des Heimat- und Geschichtsvereins Troisdorf (HGT) und des städtischen Kulturausschusses am 23. Januar 2020 neu eingeweiht.

Der HGT und hier allen voran Peter Haas und Norbert Königshausen waren es, die an die im Zuge des Stadtumbaus auf dem Troisdorfer Bauhof eingelagerten Objekte erinnerten und eine Restaurierung und Neuaufstellung vorschlugen. Claus Chrispeels, Vorsitzender des HGT-Vorstandes, erklärte bei der Feierstunde: „Der HGT hat dies gerne auch finanziell unterstützt. Im Namen des Heimat- und Geschichtsvereins danke ich allen Beteiligten herzlich, besonders dem Hausherrn und Bürgermeister, Herrn Jablonski, und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bauhofes. Wir freuen uns mit Ihnen, dass der Mittelpunkt von Troisdorf – nun erneut leicht verschoben – wieder zu finden ist.“

Ausführungen von Claus Chrispeels:

Eine Reise zum Mittelpunkt der Erde haben wir in jungen Jahren mit dem Franzosen Jule Verne gemacht – einen Spaziergang zum Mittelpunkt von Troisdorf haben uns die Troisdorfer Peter Haas, Dr. Jens Levenhagen und Giovanni Vetere ermöglicht. Auf Anregung von Peter Haas, langjähriges Ratsmitglied und ehemaliger Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, ermittelte der aus Troisdorf stammende Vermessungsingenieur Dr. Jens Levenhagen, der in Bonn Vermessungswesen studiert und auch ein Praktikum im damaligen Stadtplanungs- und Vermessungsamt gemacht hat, den Mittelpunkt der Stadt: er liegt allerdings genau genommen mitten im Industriepark Troisdorf in etwa im Verlauf der Gleistrasse, die die Mülheimer Straße kreuzt. Aus gutem Grund wurde der „Mittelpunkt“ daher an der Ecke Mülheimer Straße/Kaiserstraße markiert: das war jahrzehntelang der Zugang zur ehemaligen Dynamit Nobel AG, den Tausende von Troisdorferinnen und Troisdorfern aus allen Stadtteilen täglich auf ihrem Weg zur Arbeit passierten. Auch der Künstler Giovanni Vetere war darunter, der lange in Troisdorf gelebt und gearbeitet hat und diesen Punkt 1999 durch seine Installation der zehn – heute zwölf Stelen hervorhob und in besonderer Weise wieder erkennbar machte: denn die für ihn typischen Gesichter mit der besonderen Farbgestaltung sind vielen in Troisdorf bis heute sehr vertraut – auch wenn sein Atelier inzwischen in Eitorf liegt.

Pressemeldung Stadt Troisdorf

12 Stelen für den Mittelpunkt der Stadt:

Kunstwerk von Giovanni Vetere wurde restauriert

Initiative des Heimat- und Geschichtsvereins


  • Künstler Giovanni Vetere, Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski und Peter Haas vor dem Kunstwerk.
  • Neben Vetere und Bürgermeister Jablonski sprach auch Claus Chrispeels (Mitte) vom Heimat- und Geschichtsverein Troisdorf.
  • Viele Gäste bei der Einweihung: Gut sichtbar steht das Kunstwerk an der Sieglarer Straße.

Zwölf Stelen mit zwölf Köpfen in der typischen Gestaltung durch den Künstler Giovanni Vetere stehen für die Troisdorfer Stadtteile. Das Kunstwerk hat einen neuen Standort gefunden. Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski hat es im Beisein des Künstlers sowie von Vetreterinnen und Vertretern des Heimat- und Geschichtsvereins Troisdorf (HGT) und des städtischen Kulturausschusses neu eingeweiht.

Vorgeschichte mit Dreiecken

1996 hatte der Ingenieur für Geodäsie Dr. Jens Levenhagen den Mittelpunkt der Stadt Troisdorf mit den damals 10 Stadtteilen mittels Dreiecken errechnet. Kurz nach der Wende hatte er bereits mit Kollegen den Mittelpunkt der Bundesrepublik aus West- und Ostdeutschland errechnet. Der liegt in Thüringen.

Peter Haas, Kommunalpolitiker und Heimathistoriker, kam dann prompt auf die Idee, auch den Mittelpunkt unserer Stadt berechnen zu lassen. Das ließ sich Levenhagen nicht zweimal sagen. Der errechnete Punkt liegt im IndustrieStadtpark an der Mülheimer Straße, auf dem Gelände der damaligen Firma HT Troplast.

„Das war eine komplizierte Rechnerei mit 144 Eckpunkten von Dreiecken und der Gauß’schen Formel, also quasi eine Dreiecksbeziehung. So hat Troisdorf seine Mitte gefunden. Sponsoren des Kunstwerks waren damals die HT Troplast AG, die Kreissparkasse und die damalige Raiffeisenbank“, erläuterte Bürgermeister Jablonski.

Erst 30, jetzt 50 Jahre nach der Kommunalen Neuordnung

Giovanni Vetere hatte schon früher viele Kunstwerke im Troisdorfer Stadtgebiet installiert. Im Jubiläumsjahr 1999, 30 Jahre nach der Kommunalen Neuordnung, schuf der Eitorfer Künstler das Kunstwerk „Die Zehn“ – 10 Säulen mit den berühmten symbolischen Vetere-Köpfen für die 10 Stadtteile.

Es sollte den zuvor berechneten Mittelpunkt der Stadt markieren. Das Kunstwerk fand seinen Platz vor dem damaligen Hüls-Kasino an der Mülheimer Straße, um es öffentlich zugänglich zu machen. Später ergänzte Vetere das Werk um zwei weitere Stelen für die beiden zusätzlichen Stadtteile Rotter See und West, die 1999 gebildet worden waren.

Nach der Restaurierung der Stelen, die beim Bau der Stadthalle abgebaut und gelagert werden mussten und darunter arg gelitten hatten, wurden sie restauriert und auf der Rathaus-Wiese an der Sieglarer Straße neu installiert, nur 300 Meter vom eigentlichen Mittelpunkt der Stadt entfernt. Die Initiative dazu gaben erneut Peter Haas zusammen mit Norbert Königshausen und mit ideeller und finanzieller Unterstützung des HGT.

Nicht versteckt zwischen Werkshallen

„Wir wollten das Kunstwerk nicht zwischen Werkshallen verstecken, sondern in aller Öffentlichkeit sichtbar machen. Jetzt ist quasi das Rathaus der geografische Mittelpunkt. Das Rathaus liegt ohnehin sowohl auf Sieglarer als auch auf Troisdorfer Flurstücken. Es symbolisiert die Verbindung aller 12 Stadtteile, die eine Einheit bilden. Das passt dazu, dass wir im letzten Jahr das 50jährige Bestehen dieser Einheit, der neu geformten Stadt feiern konnten“, betonte Bürgermeister Jablonski.

Er dankte allen herzlich, die sich für die Restaurierung und neue Platzierung eingesetzt haben, insbesondere Peter Haas und Norbert Königshausen vom HGT und dessen Vorsitzender Claus Chrispeels. Restauriert wurden die Stelen von Schlossermeister Jürgen Kleinholz aus Altenrath. Federführend zuständig war das städtische Kulturamt.

Peter Sonnet