Jüdisches Leben sichtbar und erlebbar machen

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Am 21. Februar 2021 wurde in der Kölner Synago- ge das Festjahr 2021 „1700 Jahre jüdischen Leben in Deutschland“ eröffnet. Initiator ist der Verein 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. mit Sitz in Köln, unterstützt von Land und Bund und Stadt Köln. Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen. Weitere Informationen zum Festjahr, insbesondere Termine und mehr, finden Sie unter https://2021jlid.de.

Heute leben wieder jüdische Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, und Synagogen, aber auch Geschäfte und Restaurants zeigen dies anschaulich. Solche sicht- baren Zeichen gibt es an Rhein und Sieg bis heute nicht. Aber Namen und konkrete Orte gibt es – auch bei uns: seit über 25 Jahren wohne ich in Friedrich- Wilhelms-Hütte in einem Gebiet, das in den Jahren ab 1960 bis ca. 1995 bebaut wurde. Auf alten Luftbildern sieht man Wiesen und Äcker, nur wenige Gebäude. An einem dieser älteren Häuser komme ich mehrfach am Tag vorbei. Dort wurden 2007 drei Stolpersteine des Künstlers Gunter Demming verlegt. Sie erinnern an Emanuel und Regina Meier, 71 Jahre alt, und ihren Enkel Günther, 15 Jahre alt, jüdische Einwohner unse- rer Stadt, die hier zuletzt wohnten, bevor sie 1942 in das Lager Much verschleppt, dann deportiert und kurz danach in Maly Trostinec ermordet wurden.

1994 wurde in Windeck die Gedenkstätte „Land- juden an der Sieg“ eröffnet, Der Rhein-Sieg-Kreis ist Träger der Einrichtung. Mit umfangreichem Bild- und Textmaterial zeigt die Dauerausstellung, die zurzeit neu konzipiert wird, die Entstehung und Blütezeit der jüdi- schen Gemeinden im Kreisgebiet sowie ihre völlige Zerstörung während der Zeit des Nationalsozialismus. Wegen dieser Arbeiten ist das Museumsgebäude bis voraussichtlich Frühsommer 2021 geschlossen.

Der Förderverein der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, der die Arbeit des Hauses unterstützt, hat im Rahmen des Projektes „1700 Jahre jüdischen Leben in Deutschland“ zusammen mit dem evangelischen Kir- chenkreis An Sieg und Rhein einen Förderantrag ge- stellt. Das Projekt firmiert unter dem Titel „Ehemaliges jüdisches Leben im Rhein-Sieg-Kreis (rechtsrheinisch) heute digital erfahren“. Es soll die Orte jüdischen Lebens sowie deren Geschichte darstellen, die im Kreisgebiet bis ins Mittelalter zurückreicht. Durch entsprechende QR-Codes wird die ehemals bestehende Vielfalt und Bedeutung jüdischen Lebens und Kultur im Kreisgebiet veranschaulicht. Eine offizielle Auftaktveranstaltung ist am 27. Mai 2021 im Stadtmuseum Siegburg geplant.

Hinweisen möchten wir auf einen Online-Vortrag von Norbert Flörken, einem Gründungsmitglied unseres HGT: „Jüdische Schicksale in Bonn und Umgebung“ am 10. Juni 2021, 19:00 Uhr, Friedrich-Spee-Akademie (https://fsa-bonn.de/events/juedische-schicksale-in- bonn-und-umgebung/).

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