75 Jahre nach Kriegsende

Vor 75 Jahren endete mit dem Zweite Weltkrieg auch die Schreckensherrschaft des nationalsozialistischen Regimes

Ab dem Herbst des Jahres 1944 zeigten verstärkte Luftangriffe auf Troisdorf das Heranrücken der Front in das Rheinland. Bei einem der verheerendsten Angriffe kamen am 29. Dezember 1944 nahezu 400 Menschen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt.

Am 7. März 1945 rückten amerikanische Truppen über die Brücke von Remagen im Süden vor, im Norden überquerten britische und amerikanische Truppen am 24. März 1945 bei Wesel den Rhein und schlossen die deutsche Heeresgruppe B bis zum 1. April 1945 im sog. Ruhrkessel ein. Die südliche Front des Kessels bildete die Sieg, im Westen war der Rhein die natürliche Grenze. Damit waren über 300.000 Soldaten und Millionen von Zivilisten in einem durch vorausgegangene Bombenangriffe teils völlig zerstörten Gebiet eingeschlossen. Der „totale Krieg“ richtete sich nunmehr gegen das eigene Volk und offenbarte nochmals seinen ganzen Schrecken mit sinnlosen Durchhalteparolen, Standgerichten, „Sippenhaft“ und Zerstörung.
Am 11. April 1945 überschritten amerikanische Truppen von Siegburg aus die Agger, am 12. April 1945 kapitulierten die in Troisdorf verbliebenen deutschen Soldaten. Dies ersparte den Troisdorfern eine vollständige Zerstörung ihrer Stadt durch den schon vorbereiteten Artilleriebeschuss. Es waren Tage der Niederlage und der Befreiung. Drei Wochen später, am 8. Mai 1945, kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos.

Der Heimat- und Geschichtsverein Troisdorf erinnert in Trauer an alle Toten des Krieges und der Gewaltherrschaft. 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges sind viele Zeitzeugen inzwischen verstorben. Umso wichtiger sind die Berichte der Troisdorfer Bürgerinnen und Bürger, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus und sog. Dritten Reiches befassen und die politischen Entwicklungen, die Erfahrungen durch Gewaltherrschaft und Krieg und die konkreten Ereignisse vor Ort schildern. Ihre Beiträge wurden in verschiedenen Troisdorfer Jahresheften und in der Reihe Heimat und Geschichte veröffentlicht. Die Erinnerung daran zu vermitteln und auch für die Zukunft lebendig zu halten, ist den Mitgliedern und dem Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins Troisdorf ein wichtiges Anliegen.
Neben den Kriegsereignissen in Troisdorf selbst sind insbesondere das Schicksal der politischen Gegner, der jüdischen Mitbürger und der Zwangsarbeiter in den Industriebetrieben hervorzuheben.

Auswahl von Veröffentlichungen und Links:

  • TJH 1995 Amis zogen dem Igel die Stacheln; Karlheinz Ossendorf
  • Das Inferno begann in Sieglar; Christel Ossendorf-Diegeler,
  • TJH 2016 Wie Klöckner-Mannstaedt im April 1945 von amerikanischen Soldaten erobert wurde; Matthias Dederichs
  • HuG Nr. 40 Bericht des niederländischen Zwangsarbeiters van Steijn über seinen Aufenthalt in Troisdorf; Peter Haas, Übersetzung Gerrit Dekker
  • Erinnerungen an die NS-Zeit in Troisdorf; Neusser, Ferdi
  • Zwangsarbeiter in Troisdorf; Peter Haas, Matthias Dederichs (Januar 2000), Nr. 14 der Schriftenreihe des Archivs der Stadt Troisdorf (Herausgeber)
  • Quellen zur Geschichte Troisdorfs im „Dritten Reich“; Norbert Flörken, Januar 2009; Band 1: Texte und Tabellen; Band 2: Abbildungen und Graphiken; Nr. 25 der Schriftenreihe des Archivs der Stadt Troisdorf (Herausgeber)
  • Troisdorf unter dem Hakenkreuz – eine rheinische Kleinstadt und die Nationalsozialisten, 2. Auflage; Norbert Flörken, März 2013 Nr. 32 der Schriftenreihe des Archivs der Stadt Trois­dorf (Herausgeber)
  • Aufbruch in Troisdorf – Am Rhein begann das Werk des Dichters und Drehbuch-Autors Tonino Guerra; Roland Günter, Klartext Verlag 1992

Persönlichkeiten: Dr. Alfred Meier; Peter Haas

https://geschichtsverein-troisdorf.de/veroeffentlichungen/persoenlichkeiten/dr-alfred-meier/

TJH 1981      Denn sie trugen den Davidstern; Rudolf Hellmund

http://www.stolpersteine.yourweb.de/index.php?page=1172258573&f=1&i=1172258573

dort: Die Heimat verloren – die Heimat wiedergewonnen – Die Geschichte des jüdischen Bürgers Ludwig Pins; Dr. Lothar Watrinet